Wednesday, June 29, 2016

GESCHICHTUNTERRICHT IN SCHEISSE

Ich erinnere mich kaum an die letzten Tage die ich im Norden von Thailand in 1993 verbrachte. . Nachdem ich Chiang Mai verlassen hatte, war ich immernoch in einem ärmlichen Zustand. Ich fühlte mich nicht in der Lage  für eine längere Zeit zu reisen und wollte erstmal nur heraus aus Chiang Mai. Dies Kapitel war abgeschlossen. Die nächstgelegene Stadt südlich von Chiang Mai ist Lampang. Dorthin führte mein Weg.  Ich hatte ein paar Erwartungen an die Stadt, eine Thai Wild West Stadt sollte es sein. Ich hatte gehofft Thai Cowboys auf ihren Pferden durch die Stadt reiten zu sehen. Das war dann aber doch meine falsche Vorstellung. Es gab keine Bars, nur ein paar Restaurants und einen Go-Go Club der aber geschlossen war. So, nichts mit Unterhaltungswert. Es gab auch keine zentral gelegenen Gästehäuser, aber ein paar preiswerte Hotels direkt am Busbahnhof. Das beste an diesem Ort waren die klassischen geschmückten Pferdekutschen welche Touristen in der Stadt herumfuhren. Ich mietete ein Motorrad und fuhr in der Stadt herum. Aber auch etwas ausserhalb konnte ich nichts richtig attraktives finden. Vielleicht war ich schon zu lange im Norden. Nach Chiang Mai konnte mir nichts mehr einen Kick geben. Vielleicht war ich auch nur müde nach all den Erfahrungen in der Hauptstadt des Norden. Dieser Teil meiner Reise war wohl schon abgeschlossen.


An dieser Stelle will ich mal wieder etwas über das Essen schreiben. In Lampang hatte ich nicht die grosse Auswahl wie in Chiang Mai. Da gab es kaum westliches Essen und somit blieb mir nichts anderes übrig als mich am lokalen Thai Essen zu orientieren. Somit wurde diese Stadt eigentlich mein Eintritt in die kulinarische Region von Thailand. Ich lächle immernoch milde wenn ich daran denke wie naiv ich war. Ich folgte damals noch ein wenig den Reiseführern aber auch heute noch glaube ich, dass ein Ratschlag darin ganz gut war. Gehen Sie in die Restaurants wo Sie eine Menge Einheimische essen sehen. In Chiang Mai hatte ich die meiste Zeit mit meinen Freunden gegessen, wenn es Thai Essen war. Andererseits hatte ich die meiste Zeit in Chaing Mai europäisches Essen. Heute weiss ich dass ich damit eine Menge Zeit vergeudete. Ich rechne die Thai Cuisine zu den besten fünf in der Welt. Allerdings brauchte ich auch eine Weile um richtig in diese tolle Esskultur zu kommen. Soweit meine bisherige meist faszinierende Begegnung mit Essen in Chiang Mai war die Chinesische Ganja Suppe. Nun, nicht dass das Gras irgendeine Bewusstseinsveränderung verursachte aber es war wirklich lecker. Ich ass es ein paar Mal. Eigentlich Gras oder in diesem Fall authentisches Ganja ist ein Gewürz in der thailändischen Küche. Es wird traditionell als Heilmittel genutzt und ich glaube es hat erst durch Einfluss von amerikanischen Soldaten während des Vietnam Krieges eine Position als Droge bekam.  Es war in 1993 immernoch toleriert in Thailand, aber als Gewürz und Heilmittel, keinesfalls als Droge. In diesem Zusammenhang war es für mich sehr lange Zeit obskur dass die Wissenschaft die heilenden Funktionen der Pflanze übersah. Erst verglichenermaassen kürzlich hat man ja im Westen angefangen es als Heilmittel einzusetzen. Die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten sind jedoch immer noch zu sehr diskutiert anstelle es gänzlich zu akzeptieren. In Chiang Mai, die Ganja Suppe galt als kräftigend und gutes Präventivmittel gegen Erkältungen und Asthma. Ja, so wie Peter Tosh singt 'the only cure for asthma'. Da waren sehr viele Gerüchte dass es sehr teuer werden konnte mit dem Gewürz erwischt zu werden. In 1993 war das selten der Fall. Vielleicht wurden mal ein paar dumme Backpacker am Strand erwischt als si einen Joint rauchten. Der Polizist bluffte und bekam dann Geld. Aber das waren Einzelfälle. Generelle Regel im Leben - sei kein Idiot!

Aber zurück zu meinem richtigen Eintritt in die kuliarische Seite von Thailand in Lampang. Das Restaurant welches ich wählte sah nett aus. Obwohl es nicht viele Kunden hatte, zog mich sein Design an. Das Menu war in Thai. An vielen Orten des Landes ist kein englisches Menu vorhanden. Deshalb fragte mich ein anderer Kunde was ich essen wollte. Mir war der Sinn nach Fisch. Wie ich hörte war Fisch in Thailand sehr schmackhaft. Es gibt da durchaus Restaurants wo man seinen eigenen Fisch selber aus dem Wasser nehmen muss. Diese Restaurants sind teuer. Andererseits ist Fisch viel preiswerter als in Deutschland. Nun hatte ich aber keine Idee wie Thais ihr Essen bestellen. Deshalb wollte ich nur einen Fisch. Dieser war nicht der preiswerteste aber noch in meinem Budget. Ich bekam einen sehr schmackhaften Fisch, aber dann sah ich meinen Fehler. Ich hatte erwartet zu diesem Fisch noch ein paar Beilagen zu bekommen und hatte keinen extra Reis bestellt. In Thailand, was immer Sie bestellen, kriegen Sie wirklich nur was Sie dem Kellner mitteilen! Sie werden keinen extra Salat , keine Kartoffeln und auch keinen Reis bekommen wenn Sie das nicht extra sagen. Nun ja, ich hätte auch mal zuhören können. Ich hätte einfach zustimmen sollen als ich nach extra Reis gefragt wurde. Ich hatte nicht begriffen dass extra Reis nicht meinte, ich würde den Fisch mit Reis und dann nochmal Reis bekommen. Es bedeutete einfach Reis und dann noch Fisch zu bekommen. Der Reis wird in Thailand noch nicht einmal wie in Deutschland als Beilage betrachtet. Was ist eigentlich dann in Thailand eine Beilage? Der Fisch! Reis ist der wichtigste Bestandteil eines jeden Thai Mahls. Okay, ich habe die Lektion verstanden. Es ist nie wieder passiert dass ich das übersehen habe. Somit zuerst an den Reis denken und dann den Fisch, Fleisch oder Gemüse bestellen. Wie auch immer, der Fisch war fantastisch und nach ein paar Jahren habe ich dann sogar herausgefunden dass ich eigentlich nicht Thai sondern Isaan gegessen habe.

Am nächsten Morgen bin ich dann zum ersten Mal mit einem Aircondition Bus gefahren. Ich hatte am Tag vorher gebucht und mein nächstes Ziel war Sukhothai. Ein weiterer Eindruck an den ich mich erst langsam gewöhnen konnte war dass Thais ihre Klimaamlage lieben! Der Bus verwandelte sich in einen fahrenden Kühlschrank! Die einzige Person die darauf nicht vorbereitet war, natürlich ich. Nun, ich war auch der einzige ausländische Fahrgast. Zum Glück hatte ich in Chiang Mai eine dickere Hilltribe Jacke gakauft. Meine Taschen waren in der Gepäckablage im hinteren Kompartment des Bus eingeschlossen. Ich war die ganze Busfahrt am frieren. Dies waren dann vier Stunden im kalten Bus nur unterbrochen von einem kleinen Stop. Nächste Lektion verstanden, reise niemals in leichter Kleidung und hab wenigstens eine Jacke oder eine Decke griffbereit. Bei der kleinen Pause von 20 Minuten brachten mich die Thais erneut zum Staunen. Die meisten hatten eine Decke im Bus um sich damit abzudecken. Als sie nun aus dem Bus traten, warfen sie sich sofort eine Jacke über um sich besser gegen die Sonne zu schützen. In Thailand ist dunkle Haut nicht populär und wird als nicht schön empfunden. Die meisten Ausländer hingegen, die ich getroffen habe, finden die dunkelsten Mädchen am schönsten. Diese schauen halt für Europäer am exostischten aus. Thais finden dafür kaum Verständnis. 

Ich erreichte Sukhothai am frühen Nachmittag. Da war noch genügend Zeit etwas wählerisch bei der Unterkuftssuche zu sein. Aber ich weiss nicht was das Problem war. Ich war hier in einer Stadt, die eigentlich eine weite Auswahl haben sollte. Der Historische Park ist eines der wenigen UNESCO-Welterbe von Thailand. Es ist die Stätte eines der drei wichtigsten buddhistischen Plätze. Wie auch immer, Sukhothai hat eine überwiegende chinesische Bevölkerung, darunter schliesse ich die Thai-Chinesen ein. Diese scheinen den Dreck und die Geldgier von Thailand zu repräsentieren. Tut mir leid das so auszudrücken aber das war mein Eindruck. Das Ziel von den meisten Eigentümern von Unterkünften war wohl offensichtlich das schnelle Geld zu machen. Der Standard hier war, so gesprochen, unter aller Sau! Alle Gästehäuser und Hotels waren viel schmutziger als an allen anderen Orten des Landes. In ein paar Hotels sah es so aus als ob jemand ein Grafitti mit Scheisse an die Wand geschmiert hatte. Oder hatte er seine Hände an der Wand abgewischt? In anderen Unterkünften waren die Toiletten im Überschwemmungs Zustand. Das Wasser hatte sich über den gesamten Boden des Gästehauses verbreitet. Nun super, ist ja nicht gefährlich keine geerdete Elektrizität zu haben aber in einer Pfütze zu schwimmen. Es war entsetzlich! Na ja, der Historische Park war ja schon über 900 Jahre alt, könnte ja sein dass der Morgen nicht mehr existiert. Dann muss man halt davor noch die schnelle Kohle machen. Oder sollten die Touristen von diesen beschissenen Zuständen abgeschreckt werden hier lange zu bleiben? Nun es war klar für mich, ich würde nur eine Nacht an diesem Platz verbringen. Höchstwarscheinlich dachten die meisten Touristen oder zumindest die Backpacker ähnliches. Weiterhin hatte die Stadt eine Atititüde angenommen nur Geld zu machen und sich ansonsten um nichts zu kümmern. Was auch immer der Grund, es war keine Werbung für die Stadt. Es betraf nicht nur die Zustände in den Unterkünften, die Stadt hatte etwas typisches thailändisches verloren, Gastfreundschaft. Die Leute schienen eher verärgert zu sein dass sie arbeiten mussten als dass sie Geld machen konnten. Ich war glücklich als ich feststellte dass in meinem Bett keine Läuse waren und ich keinen Virus vom schlafen in dem Bett bekam.

Nach einer fast schlaflosen Nacht, wollte ich eine Tour durch den grossen Historischen Park auf dem Fahrrad unternehmen.  Ich hatte gelesen dass dies die beste Weise wäre den Park so richtig zu erleben und tief in die Geschichte des Landes zu tauchen.

Begleiten Sie mich ein wenig auf einem historischen Rückblick. Viele Menschen sprechen von Sukhothai als der ersten Hauptstadt von dem Königreich von Siam. Ja, das stimmt. Thais würdigen die Stadt meistens mit dem Zusatz die erste thailändische Stadt zu sein. Nun, das ist falsch. Sukhothai und das noch etwas ältere Pimai, in der Nähe von Nakhon Ratchasima, wurden in den Zeiten des Königreiches von Angkor erbaut. So, genau genommen sind es Khmer Städte. Sukhothai war eine lange Zeit eine der Tributstädte von Angkor aber fähig Unabhängigkeit zu erklären als das Königreich von Angkor in seiner Macht einbusste, ungefähr vor 900 Jahren. Die Stadt begann dann die Region in 1238 zu leiten. Es war eine beeindruckende Zeitepoche. Sukhothai wird oft als goldene Zeit des Buddhismus bezeichnet. Es war noch frei von Einflüssen des Brahmanismus welcher von den Königen in der nächsten Epoche eingeführt wurde. Das war dann in Ayutthaya. Sukhothai ist weiterhin oft als Wiege der Thai Kultur geehrt. Der dritte König, Ramkhamhaeng, führte das Thai Alphabet ein, das sogenannte Lai Sue Thai. Zeitzeugen davon sind die immernoch erhaltenen Steingravuren dieses Königs. Sukhothai entwickelte sich schnell und hatte viele Tributstaaten. Es dehnte sich vom Golf von Thailand im Süden bis zu Phrae im Norden und der heutigen laotischen Stadt von Luang Prabang im Nordosten aus. In dieser Zeit fing der Handel mit China an. Nach dem Tod von König Ramkhamhaeng verlor die Stadt jedoch an Einfluss bis sie dann von Ayutthaya  übernommen wurde. Ayutthaya blieb daraufhin folgend mehr als 400 Jahre Hauptstadt des Königreiches Siams.

Der Historische Park von Sukhothai ist, wie bereits erwähnt, eine UNESCO Welterbe Stätte. Dies ist mehr als berechtigt. Die ganze Anlage ist so gross dass es verschiedene Arten von Transport gibt. In 1993, war der Park noch nicht in unterschiedliche Zonen unterteilt. Deshalb kann ich leider nicht sagen welche Zone ich jetzt vorschlagen würde. Ich hatte das Glück ungestört durch den gesamten Raum zu radeln und nur einmal Eintritt zu bezahlen. Ich kann auf gar keinen Fall vorschlagen Old Sukhothai zu Fuss zu besuchen. Die Anlage ist viel zu weitläufig. Die Entfernung zwischen einzelnen Tempeln, Ruinen oder andren Artifakten kann schon mal ein paar hundert Meter betragen. Dann kommt noch einmal das sehr heisse Wetter hinzu. Ich war im späten September dort und es war schon nahe an Thailand's Regenzeit. Dennoch war es immer noch unheimlich heiss. Die Sonne brannte so hart herab dass ich bereits nach zwei Stunden einen Sonnenbrand hatte. Der Besuch des Parks sollte als Vergnügen gelten und nicht als eine Art Belastung. Ich glaube, da sind über 50 verschiedene historische Stellen auf einer Fläche von über 70 Quadratkilometern. So, selbst wenn man nur die Stellen sehen möchte die am interessantesten sind, verbringt man schon ein paar Stunden dort. Ich radelte herum und genoss den Besuch bis hin zum frühen Nachmittag. Ich fühlte mich eingewoben in die Geschichte von Thailand, fasziniert bei den kulturellen Seiten dieses Ortes. Es war überwältigend auch wenn es hier keine Rekord brechenden Statuen oder Tempel gibt. Es ist sehr schön sich Zeit für diesen Park nehmen zu können.

Da war nichts mehr was mich zu einem weiteren Tag in Sukhothai gehalten hätte. Der Historische Park ist beeindruckend aber kann an einem Tag besucht werden. Weitere Zeit braucht man nur wenn man sich im Detail die Tempel oder Ruinen ansehen möchte. Ich hatte einen gigantischen Sonnenbrand und mir gefiel das Gästehaus überhaupt nicht. Somit beschloss ich mich noch jenen Abend die Stadt in Richtung Süden zu verlassen. Mein Plan war mit einem Bus nach Bangkok zu gelangen und dann mit dem Nacht Zug nach Surat Thani.






Sunday, June 26, 2016

MIT ODER OHNE PENISI

Ich muss gestehen, dass ich mir noch nicht sicher bin welchen Stil ich eigentlich mit diesem Blog verfolgen möchte. Im Moment erfahre ich eine Überschwemmung von Gedanken, Eindrücken und Erinnerungen. Ich habe eine sehr lange Zeit gewartet mich mal hinzusetzen und anfangen zu schreiben. Ich habe so viele Erfahrungen in dieser langen Zeit gesammelt. Natürlich startete ich als Reisender in diesem wunderschönen Land. Meine Erlebnisse waren ganz klar persönlich und ich hoffe und denke dass die meisten Leser diese nicht erleben werden. Meine Gedanken und Gefühle zu und über Thailand und seinen Menschen haben sich im Lauf der Zeit sehr geändert.  Ich versuche über 1993 zu schreiben und mein altes Ego zu treffen aber seitdem hat sich sehr viel gewandelt. Ich würde bestimmte Dinge nicht mehr auf die gleiche Weise machen, wo ich jetzt viele Erfahrungen habe und hoffentlich daraus lernen konnte. Meine Kommentare über bestimmte Umstände sind von heutiger Seite gesehen und somit mein gegenwaertiges Ich. So, vielleicht war das in den ersten beiden posts verwirrend. Es war nicht die Absicht einen neuen Reiseführer zu schreiben. Andererseits habe ich micht nicht hingesetzt und versucht möglichst viel zu kritisieren oder zu verurteilen. Ich will ein positives Gesamtbild schaffen denn ich sehe es als eine gute Zeit an, selbst wenn der Anfang nicht leicht war. Als ich mich vor ein paar Wochen darauf konzentrierte meine Gedanken zu sammeln, war ich selber erstaunt dass ich mich immer noch an so viele Details erinnern konnte. Immerhin sind 20 Jahre eine lange Zeit. Aus irgendwelchen Gründen erwischte ich mich dabei dass ich keine Reportage über bestimmte Inhalte machen wollte. Es sollte nicht zu sachlich sein. Ich versuchte meine Ansicht über Thailand, meine persönlichen Erfahrungen und Gedanken zu kombinieren. So sind in diesem Beitrag, und auch in weiteren, Bemerkungen über Ladyboys die sich im Lauf der Zeit verändert haben. Ich weiss auch noch nicht wie dieser Blog sich weiter gestalten wird. Aber genug der Worte, ich werde jetzt mit meiner Schreiberflut, wie ich es nenne, fortfahren. Dabei verstehe ich Schreiberflut als das Zusammenbringen eines Protokolls von chaotischen Störungen wenn zuviele Eindruecke aus zu vielen Jahren sich zu einer seltsamen Blase von Worten auf der Screen kummulieren.

Nach meinen Erlebnissen in Mae Hong Son war es Zeit noch einmal nach Chiang Mai zurückzukehren. Meine Füsse brauchten noch Erholung. In dieser Situation machte es keinen Sinn mehr Mae Hong Son weiter zu erkunden. Ich war auch gespannt ob ich meine Trekking Boots noch einmal sehen würde. Meine thailändischen Künstlerfreunde hatten mich gebeten noch ein paar Tage mit ihnen zu verbringen. Das erste Mal hatte ich deren Gesellschaft wirklich sehr genossen. Vielleicht war da ja auch die Möglichkeit es noch einmal mit dem Maklerin zu versuchen. All diese Gedanken füllten mich als ich mich mit dem Nachtbus von Mae Hong Son auf den Weg machte. Die harten Anforderungen der Trekking Tour hatten mich so erschöpft dass ich leicht in einen tiefen Schlaf fiel. Am folgenden Morgen wachte ich auf dem Busbahnhof in Chiang Mai auf.

Zuerst suchte ich mir ein gutes Guesthouse. Es war nur ein paar Blöcke von meinem Künstlerfreund Pee Pee entfernt. Oh ja, Thais haben schon seltsame Namen. Ich habe eine Menge Pots, Pees, Chits, Dongs, Lakes, Korns, Gans und Ties in meiner langen Zeit im Land getroffen. Manchmal sind die Namen auch echt verwirrend. Es kann da schon mal vorkommen dass eine plattbrüstige Frau mit kurzen Haaren mit tiefer Stimme ihren Namen sagt, die man dann für einen Mann hält. Aber das ist keinesfalls nur mit Frauen der Fall. Es gibt da ja noch fette Männer mit Männertitten und langen Haaren welche ihren Namen mit hoher Fistestimme sagen. Dann kommt da noch hinzu das in Thailand sowohl Männer als auch Frauen Puder in der Oeffentlichkeit tragen, also immer vorsichtig sein.

Nachdem ich eingecheckt hatte, wollte ich erstmal die Situation mit den Schuhen klären. Der Weg schien ziemlich weit zu sein, besonders mit meinen Füssen mit ärglichen Schmerzen, ich konnte kaum richtig auftreten. Der beste Transport waren die Songtaeos. Diese überdachten Pick-up Trucks in verschiedenen Farben, und nicht nur dem klassischen Rot, fahren in den meisten Orten von Thailand. Leider, selbst wenn die Preise in Thai an der Rückseite angeschrieben sind, gibt es da immernoch Unterschiede zwischen Thai Preisen und Ausländerpreisen. Selbst wenn man in Thai kommunizieren kann und es liest hilft das manchmal wenig.  An manchen Orten wird einem verweigert den richtigen Preis zu zahlen und man wird nicht ausgenommen. Aber das war viele Jahre bevor ich Thai lernte. Somit konnte ich es nicht wissen, hatte aber gehört dass man immer in Thailand handeln sollte. Es gelang es mir ein wenig zu verhandeln, bezahlte aber dennoch den dreifachen Preis. Nun sein wir mal ehrlich, ob man 25 Cent zahlt oder aber 75 Cent sollte einem im Urlaub doch egal sein. Ist ja immernoch billig verglichen mit Deutschland und Europa. Was mich dennoch aufregt sind die Songtaeos auf den Inseln wie Koh Samui oder Koh Phangan. Dort bezahlt man nämlich den zehnfachen bis fünfzehnfachen Preis und dann wird es billiger ein Motorrad zu leihen. Was noch hinzu kommt, auf den Inseln fahren die Songtaeos nur unregelmässig besonders in der Nacht und wer will schon im Deunklen mal eine Stunde warten. In Bangkok hingegen ist die Situation viel besser geworden. Dort hat man keinen speziellen Aufschlag weil man farang ist. Man kriegt gewöhnlich den gleichen Preis wie die Einheimischen. In der Hauptstadt ist es dann auch eine der preiswertesten Methoden sich fortzubewegen. Da gibt es dann aber auch ein paar kulturelle Rückschläge. So wie in Deutschland, wo man schreien kann das der Wagen schon voll ist, das gibt es einfach nicht. Thais werden immer wieder versuchen in den Wagen zu kommen selbst wenn sie dann aneinandergedrungen wie Flundern stehen. Dann beugt sich der Wagen halt mal gewaltig nach hinten runter und die Achsen quitschen so richtig. Wenn man sich davon mal ein Bild macht, dann kann man es kaum glauben dass da selten Unfälle geschehen. Aber keine Panik, Thais, im Regelfall, sind sehr gastfreundlich und man wird gebeten sich an einen sicheren Platz zu stellen, auch wenn man dann kaum noch atmen kann. Aber so ist es halt besser als hinten vielleicht doch aus dem Wagen herauszufallen weil man keine Erfahrung hat.

Am Bushalteplatz erwarteten mich gute Nachrichten, meine Schuhe wurden gefunden und ich konnte sie glücklich entgegennehmen. So, wieder war ein Problem gelöst. Langsam verstand ich dass Thais wirklich ehrliche Menschen sind, also in dem Sinn das Stehlen keinesfalls ein Volkssport ist, gibt ja immer wieder überall schwarze Schafe. Nun wollte ich mit Pee Pee checken, ich weiss schon klingt seltsam, was mit dem Maklermädchen war. Ich traf den Künstler mit seinem Lehrling Mickey, der seinem Namen von seiner Vorliebe für Mickey Mouse Comics hatte, in einem Studio beim Vorbereiten von einer Reise. Leider hatte er keine guten Nachrichten für mich. Die Frau war zurück nach Bangkok gegangen und niemand wusste ob sie noch einmal nach Chiang Mai käme. Pee Pee wollte auch in ein paar Tagen die Stadt verlassen. Sein örtlicher Tempel hatte angefragt ob er die neuen Gebäude im Temple mit seiner Kunst verschmücken würde. Dies war eine grosse Ehre für ihn. Er wusste nicht genau wann ihn sein Bruder abholte aber hatte schon alles gepackt. Er lied mich ein mit ihm zu reisen aber ich hatte andere Pläne. Ich versprach ihn im nächsten Jahr zu besuchen.

An diesem Abend wartete ich vergeblich auf meinen thailändischen Freund im Bar Beer Center. Anstelle dessen traf ich einen Deutschen, der in Schweden lebte und schon ein paar Mal in Thailand war. Wir unterhielten uns gut und beschlossen zusammen in der Stadt auf unseren Motorrädern herumzufahren und Unterhaltung zu suchen. Chiang Mai hatte bereits zu der Zeit ein interessantes Studentenleben und wir trafen zwei faszinierende junge Frauen. Sie schlugen uns vor fürs Dinner in ein Restaurant auf dem Fluss zu fahren. Der Schwede, Michael, entwickelte sofort eine gute Beziehung mit dem einen Mädchen welches gutes Englisch sprach und uns mitteilte Tourguide zu sein. Sie versprach uns am folgenden Tag ein paar tolle Wasserfälle zu zeigen. Ich war nicht so sehr am anderen Mädchen interessiert, sie war irgendwie nicht mein Typ aber naja ich hatte auf der anderen Seite keinen guten Sex in Monaten gehabt. Sie hatte ein bisschen eine tiefere Stimme aber teilte mir mit nicht krank zu sein. Sie hatte schon ein paar entzückende Seiten, so zum Beispiel ihr warmes Lächeln und ich mochte ihr unkonventionelles Benehmen. Sie war schon etwas anderes als das Maklermädchen von Bangkok. Die jungen Frauen wollten noch in einen Club und Michael und ich fuhren auf ihren Motorrädern als Mitfahrer. Ich sass auf July's Rücksitz und spürte iche muskulären Hüften. Später, im Club teilte sie mir mit dass sie ihrer Mutter in ihrer Wäscherei helfen würde. Naja, wir haben nichts gegen arbeitende Mädels.

Zu der Zeit dass wir den Club erreichten, war ich noch nüchtern und wir tanzten in die Nacht. Ein paar Stunden später war ich leicht angetrunken als mir ein Drink angeboten wurde der eine sehr seltsame Farbe hatte und auch einen etwas merkwürdigen Geruch. Etwas hielt mich ab dieses Getränk anzunehmen worauf ich jedoch bemerkte wie July ihre Aufmerksamkeit plötzlich einem älteren dicken Deutschen schenkte, der den Drink dankbar trank. Ich hatte den Abend über auch festgestellt dass die meisten von July's Freunden dieselbe tiefe Stimme wie sie hatten. Waren wohl vielleicht Verwandte oder zumindest vom selben Stamm, dachte ich mir. Vielleicht war sie ja Abkommen von den hilltribes. Ich fühlte mich jedoch entfernt von der Realität als ob ich alles wie durch einen Schleier sah. Ich fühlte mich wie gefangen in einem Alptraum, meine Hände waren wie eingeschläfert und ich glaubte auf wackligen Beinen zu stehen. Ich musste raus aus dem Club, weg von dieser Szenerie, einfach weg, an die Luft. Als ich draussen aus dem Club war und die Nachtluft spürte, wollte ich auch gar nicht mehr zurück und entschloss mich mein Motorrad abzuholen. Zum Glück war das Restaurant wo ich es gelassen hatte nicht weit.

Auf meinem Weg zurück zum Restaurant, in nur leicht beleuchteten Gassen, nahm ich Kenntniss von einem Mann mit durchsichtiger Einkaufstasche. In der Tuete war eine ganze Menge von weissem Pulver. Ich hatte keine Vorurteile und schätzte erstmal dass das ein Bäcker auf dem Weg zur Arbeit war. Höchstwarscheinlich war das nur ein Mehlsack. Der Knabe kam genau in meine Richtung als ob er etwas wollte. Irgendetwas unbestimmtes hielt mich zurück. Ich war nicht gerade ein sozialer Typ und das machte mich grundsätzlich skeptisch.  Auf einmal hielt der Knabe mir die Tüte fast ins Gesicht und begleitete dieses mit dem Kommentar 'echtes Heroin, direkt aus dem Goldenen Dreieck'. Nun Goldenes Dreieck hatte ich schon was gehört von. Der Hauptanbau Platz von Drogen in Laos, Myanmar und Thailand. Ich hatte aber auch von korrupten Polizisten gehört. So versuchte ich nur schroff abzulehen, aber er liess nicht locker. Er machte mir Preisvorschläge aber ich wollte nicht im Bau landen. Nach ein paar Mal des Ablehnens wandte ich mich dann ab. Darauf hob er nur leicht sein Hemd hoch und ich sah eine Pistole. Besser sich nicht mit diesem Knaben anzulegen. Glücklicherweise kam er nicht hinter mir her. Noch heute frage ich mich ob alles nur meine Einbildung war. Oder war ich von Drogen beeinflusst? Ich weiss es bis heute nicht ob alles sich so abspielte wie ich es beschrieben habe.

 Mein Motorrad war noch an derselben Stelle wo ich es abgestellt hatte. Nach all diesen Erfahrungen in der Nacht brauchte ich ein Bier. Die meisten Plätze waren geschlossen. Deshalb kehrte ich in einen Nachtclub ein wo aber auch ein paar Prostituierte waren. Es sollte noch schlimmer kommen. Kaum hatte ich mich gesetzt, als ein Wesen auf Stöckelschuhen in meine Richtung steuerte. Diese Figur war hoch aufgewachsen, hatte einen breiten Körper und setzte sich direkt neben mich. Ich schätzte dass dies eine Möchtegern-Frau war, denn der grosse Adamsapfel schreckte mich ungeheuer ab. Ihre grossen Titten waren wohl für eine Frau toll aber ich stand echt nicht auf Männerbusen. Dann fing dieses Wesen  auch noch an zu sprechen. Das war echt das letzte was ich gebrauchen konnte.
'Du kannst mir einen Drink ausgeben'.
Hatte ich richtig gehört? Diese Figur wollte dass ich für sie ein Getränk bestellte. Eigentlich gebe ich immer Reisenden den Ratschlag möglichst freundlich zu sein aber das war mir jetzt auch egal. So meine Antwort war vielleicht auch ein bisschen unverschämt.
'Ne, das werd ich nicht machen. Ich bin echt in einer schlechten Laune.'
Aber der Ladyboy gab nicht auf. Nach ein paar Mal Ablehnen stand ich auf und wollte die Bar verlassen. Das Wesen kam hinter mir mit gehobenen Fäusten hinterher.  Echt, ich wollte nicht noch von so einer Figur geschlagen werden und dann vielleicht im Knast landen. So ein paar Sachen schossen mir im Geist herum, wieso passierten mir auf einmal all diese Sachen. Mein erster Aufenthalt in der Stadt war damit verglichen sehr friedvoll gewesen. Irgendwie schaffte ich es der Situation zu entkommen, ich glaub ich ignorierte einfach alles,  und so schliess sich eine sehr verwirrende Nacht ab.

Am nächsten Morgen hielten mich die Schatten der vorherigen Nacht noch im Bann. Ich fühlte mich wie vergiftet und mein Schädel dröhnte. Ich hatte das Gefühl einem Alptraum entkommen zu sein. Was war so plötzlich mit dieser Stadt so verkehrt? Oder hatte das Unterbewusstsein jetzt seinen Erfolg mich vor diesem Land zu warnen? Sollte ich diesen Ort möglichst schnell verlassen? Ich glaubte dass ich mich wohl von einigen Hirngespinsten abhalten sollte und einfach Urlaub als Backpacker geniessen sollte. Einfach ignorant zu manchen Situation sein. Nichts mitbekommen, da gewesen sein und zu Hause den grossen Macker rauskehren. Oder aber sich einfach auf nichts mehr einlassen und einfach nur die touristischen Seiten des Landes kennenlernen. Nun damit würde ich am Abend anfangen. Ich wollte was auf dem Nightmarket kaufen. Was ganz touristisches so wie Hilltribe Schmuck oder eine Hilltribe Jacke. Einfach nichts mehr von den Menschen kennenlernen und nicht mehr hineingezogen werden. Alles mit Abstand geniessen. Ich war immerhin im Urlaub und nicht Darsteller in einer Horrorstory. Ich wusste schon damals das würde mir niemals gelingen. Aber vielleicht konnte ich ja schon einen eher schönen Traum daraus basteln.

Als ich an Pee Pee's Gallerie vorbeiging, rief er mich zum Frühstück ins Haus. Ich erzählte ihm in allen Einzelheiten von der vorherigen Nacht und er konnte kaum mit dem Lachen aufhören. Dann erklärte er mir dass meine Erlebnisse keineswegs ein Einzelfall waren. Viele seiner ausländischen Freunde hatten ähnliches erfahren. Chiang Mai hat zwei Seiten. Die eine sehen die meisten Touristen und das sind die schönen Tempel, bunten Märkte und die Freundlichkeit der Menschen. Die andere wird nur für Gestalten der Nacht sichtbar, ich gehörte auf jeden Fall zu der zweiten Kategorie. Ich fing an mir Gedanken zu machen ob nicht etwas total falsch mit diesem Land war.

Michael kam ein paar Stunden später in die Gallerie und brachte den dicken Deutschen von der Nacht zuvor mit ihm. Der Knabe, sein Name war Dirk, hatte rote Augen als ob er in der Nacht nicht geschlafen oder sogar geweint hätte. Als Dirk uns seine Geschichte mit July erzählte. konnte ich mich nur Gewalt unter Kontrolle halten um nicht laut zu lachen.
Er hatte July zu seinem Hotelzimmer genommen aber hatte sich gewundert dass sie sich nicht ausziehen wollte sondern in ihren Klamotten schlief. Zuerst hatte er vermutet dass das Mädchen zu konservativ war und deswegen keinen Sex mit ihm wollte. Er hatte nur für eine kurze Zeit in der Nacht geschlafen und konnte sich kaum davon zurückhalten über sie herzufallen und zu ficken. Am Morgen war er aufgewacht und hatte die zarten Hände von July an seinen Genitalien gespürt. Sie hatte ihm einen richtig gut runtergeholt. Als er jedoch versuchte sie zwischen ihren Beinen zu streicheln, war sie abrupt aufgesprungen, schnell ins Badezimmer gelaufen, ihre Hände gewaschen und aus dem Zimmer gestürmt. Nun Dirk befürchtete dass er July's Kultur beleidigt hatte. Er erzählte uns dass er sich richtig in sie verknallt hätte und sie nicht verlieren wollte.
Pee Pee war die ganze Geschichte lang ernst geblieben und hatte Dirk zugehört. Diese habe ich jedoch hier nur in aller Kürze beschrieben. Dann schaute er den Mann ernsthaft an und fragte in aller Ruhe ob er schwul sei. Dirk stotterte zuerst und versuchte die Frage zu verarbeiten, gab dann aber an dass er Frauen lieben würde und keine Männer.
'Dann solltest Du vielleicht July vergessen. Aber ich bin mir nicht sicher solange ich sie nicht getroffen habe.'
Daraufhin rief Michael seine Freundin an und arrangierte dass July zu der Gallerie kam. Wie sich herausstellte war die Wäscherei von der Mutter nur ein paar hundert Meter entfernt. Nachdem Pee Pee sich mit July eine lange Zeit ausserhalb der Gallerie unterhalten hatte, kam er zurück. Er teilte Dirk mit dass July gerne mit ihm sprechen würde. Bevor der Mann nach draussen ging, gab ihm Pee Pee noch einen RAt. Er sollte sich wirklich im klaren sein ob er eine Beziehung zu einem jungen Mann aufbauen wollte oder ob er wirklich nur Frauen möge.

Es gibt verschiedene Zeichen woran der Unterschied zwischen richtigen Frauen und Kathoeys gesehen werden kann. Der wichtigste ist mit Sicherheit der Adams Apfel. Frauen haben einfach keinen und der sieht keinem Doppelkinn ähnlich. Ein Adams Apfel ist einfach ein Adams Apfel und kein Eva Apfel! Selbst wenn Leute in der Biologie Klasse in der Schule niemals die hellsten waren, sollte dieser Unterschied jedem halbwegs intelligenten Menschen auffallen. Ein weiteres Zeichen was für mich persönlich seit einer sehr langen Zeit hilft, die Stimme. Natürlich gibt es Frauen mit einer tiefen Stimme, aber keine Thai Frau die wie Amanda Lear spricht. Somit genau hinhören, wenn die Frau spricht, besonders in ihrer Muttersprache. Ein leichtes Kratzen in der Stimme ist schon sehr verdächtig. Diese Menschen benehmen sich auch so übermässig weiblich dass es fast schon zur Satire passt. Sie benehmen sich so fraulich ähnlich nur betrunkenen Frau und älteren Frauen die jung wirken wollen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Anzeichen zum Beispiel in der Hüfte und in den Schultern woran ein Ladyboy sich von Frauen unterscheidet. Somit verschiedene Zeichen sprechen schon dafür einen Kathoey zu erkennen, man muss den nicht mal nackt sehen. Auf der anderen Seite vergesst am besten die Idee von einem ersten Treffen und dann sofort ins Bett. Anständige Frauen in Thailand machen das einfach nicht, selbst wenn in Studentinnen Kreisen das schon mal vorkommen kann. Weiterhin sollte der Mann sich sowieso nicht auf eine Frau drängen oder in anderen Worten kann ich immer nur bei jedem Mal empfehlen kein Arschloch zu sein.
Ich interessierte mich weniger wie Dirk's Geschichte ausging. Da sind sogar Männer die bewusst mit Ladyboys zusammen sind. Ob die dann wiederum schwul sein müssen, steht ausser Frage und ich möchte das hier nicht in diesem post beantworten.

Am selben Abend kam der Bruder von Pee Pee und es war klar, dass mein Freund am folgenden Morgen Chiang Mai verlassen würde. Seine Arbeit in seiner Heimat Provinz Nakhon Ratchasima oder Khorat wartete auf ihn. Dies bedeutete einen Abschied von meinem Freund und ich hatte keine weiteren Plaene mehr für Chiang Mai. Ich besuchte noch ein letztes Mal den Nightbazaar. Ein toller Platz, an dem alles mögliche angeboten wird von Kleidung, Schmuck, Essen und vieles mehr. Der Markt ist mit Sicherheit mit Abstand der interessanteste Markt von Nord Thailand aber alle Artikel werden auch auf dem Jatujak Markt in Bangkok zu fast denselben Preisen angeboten. Die kulturelle Seite dieses Bazaar sind jedoch die traditionell Nord Thai Tanz Vorführungen. Die Tänzerinnen bewegen sich sehr grazil und haben eine tolle Ausstrahlung. Es ist ein schöner Ort den Abend zu verbringen und die Eleganz des Tanzes von wunderschönen Frauen in traditionellen Kostümen zu bewundern. Dies rundete meinen Besuch der Hauptstadt des Nordens ab und brachte es zu einem harmonischen Ausklang.


Tuesday, June 21, 2016

KEINE WILDEN TIERE

In der Nacht vorher hatte ich kaum geschlafen. Der Ventilator im Raum war zu laut, zu viele Moskitos und von der Treppe waren immer wieder Lachen, Sprechen und sogar Ficken zu hören. Ich war auch nicht vor der Mitternacht im Bett weil meine Thai Freunde eine Geburtstags Party hatten. Als ich aufstand um den Morgenbus nach Mae Hong Son zu nehmen, dröhnte mein Schädel und auf dem Wegs nach Mae Hong Son konnte ich nicht schlafen. Ich döste kaputt vor mich hin. Dennoch nahm ich noch recht viel von den Eindrücken der Strasse mit. Die Abholzung des nördlichen Waldes hatte zwar schon begonnen aber das war auf der anderen Seite der Berge auf dem Weg nach Pai. So konnte ich zu der Zeit die fast noch intakte Natur von Nord Thailand erstaunen. Die ersten vier Stunden nach Pai erinnere ich mich noch an eine ganze Weile bergauf fahren. Es ging durch gefährliche Höhen auf schlecht asphaltierten Strassen, immer mit dem Abgrund direkt auf der rechten Seite. Der Bus hatte keine Aircondition und es kamen verschiedenste Bergvölker an Bord.

Ich weiss nicht ob man sich das noch vorstellen kann, aber ich hatte immer an Bergvölker den Gedanken von halbnackten Wilden mit Bambusstäben und Lendenschurz die auf Pusterohren Pfeile schiessen. Dies ist jedoch nicht der Fall bei den Hilltribes von Thailand. Besonders das halbnackt und Lendenschurz, würden die sich ja ihre Lümmel im Winter abfrieren. Thai Bergvölker passen eher unter der Bezeichnung Trachtengruppen als halbnackte Wilde. Viele dieser Stämme haben schöne Kostüme die sie natuerlich aus Naturfasern herstellen. Diese Produkte werden dann auch von Händlern auf den Märkten angeboten. Nun ja es sind halt nicht Holzartikel womit sie diesen Menschen helfen könnten. Es sind eher, wenn Sie Trachten geil finden, dieses denen die Bergvölker ihr Geld bringt. Ich habe niemals einen Hmon, Akha oder anderen Hilltribe Menschen mit einem Stück Holz gesehen aus dem er versuchte eine Tasse zu meistern aber viele Frauen, die versuchen Kostüme zu nähen.

Diese hlltribes waren die meisten Reisenden. Sie kamen mit Ladungen von Trachten, Schmuck aber auch Kleintieren wie Enten, Gänsen und Hühnern an Bord. Der ganze Bus schnatterte, unterhielt sich und es standen die seltsamsten Gerüche in der Luft. Mae Hong Son, verschieden von den meisten Thai Städten, hat eine Mehrheit von noch ursprünglichen Einheimischen als Einwohner. Deshalb ist es noch einmal komplett verschieden von Chiang Mai, Chaing Rai und dem mittlerweile als Party-Stadt bekannten Pai. Den anderen Reisenden schien die Reise nichts auszumachen, sie waren daran schon gewöhnt. Ich war der einzige Tourist aber habe glücklicherweise einen sehr starken Magen und werde nicht so leicht Höhen- oder Seekrank, weder bin ich paranoid. Der kleinste Fehler des Busfahrers oder der minimalste Defekt hätte uns alle über ein paar hundert Meter in die Tiefe geschickt. Nun ja, ist wohl offensichtlich, dass nichts passierte. Dennoch, kurz vor Pai, zum Glück auf fast gerader Strasse hatte der Bus einen leichten Defekt mit dem Getriebe und es ging nun nur noch sehr langsam und vorsichtig bis zu dieser Zwischenstation. Die Hälfte der Strecke war nun hinter mir aber immer noch vier Stunden bis zu meinem geplanten Ziel.

Ein paar Stunden später, bereits im Verbindungsbus, wurde mir klar dass ich meine Trekking Boots in dem letzten Bus vergessen hatte. Nun war mein Hauptgrund für den Weg nach Mae Hong Son bereits gefährdet. Die am westlichsten gelegene Grenzstadt und ihre Umgebung ist berühmt für faszinierende Natur und hervorragende Trekking Möglichkeiten. Ich sollte schon noch einen Weg geben um an einen von diesen tollen mehrtägigen Wanderungen durch den Urwald teilnehmen zu können. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ob ich überhaupt eine Chance hatte die Boots noch einmal wieder zu sehen. Thais sind wirklich sehr ehrliche Leute, in dem Sinn dass sie sehr selten Sachen entwenden. Es gibt natuerlich wie überall schwarze Schafe. Ich wusste aber von der Ehrlichkeit der Thais leider noch nichts auf meinem ersten Aufenthalt im Land. Ich sags mal so, es ist nicht Pessimismus , bei einem ersten Aufenthalt, in einem fernen Land auf das Schlimmste vorbereitet zu sein. Es ist eher natürlicher Ueberlebenssinn und Sicherheitsdenken. Besonders, diese Schuhe hatten womöglich den Geldwert den eine gesamte Familie von den Hilltribe Leuten im Monat durch Arbeit verdient. Die besten Informationen die ich bekam war dass ich die Schuhe in ein paar Tagen auf dem Depot des Busbahnhofes in Chiang Mai abholen könnte, wenn Sie gefunden wurden. Nun, ich glaube an Schicksal und wenn solche Umstände eintreffen dann machen sie in meinem Leben meistens einen grösseren Sinn. Always looking on the bright side of life. Selbst, wenn ich den dann nicht unbedingt sofort verstehen muss. Für mich war es das Zeichen nach Chiang Mai zu gehen aber nicht die Trekking Gedanken abzubrechen.
Nachdem ich ein gutes Guesthouse in Mae Hong Son gefunden hatte, liess ich erstmal die ganze Hilltribe Kultur auf mich wirken. Mae Hong Son war wirklich anders als Chiang Mai und es gab die verschiedensten ethnischen Gruppen und deren Kunst und Handwerk. Es war keineswegs touristisch zu dieser Zeit, aber ich befürchte das Meiste ist verschwunden heutzutage. Mein Guesthouse bot auch Trekking Tours an welche uns angeblich durch kaum berührte Natur mit einer Menge von exotischen Tieren führen sollten. Die Touren gingen sogar über die Grenze mit Myanmar und wir würden in Soldaten Camps schlafen. Diese versuchten die Gegend gegen Freiheitskaempfer der Shan zu sichern. Ein Besuch in einem Bergvolk Dorf war auch geplant.

Jeder Reiseführer erzählt dass man auf diesen Touren Opium und Ganja angeboten bekommt und diesem ausweichen sollte. Ich möchte mich hier nicht auf eine Drogendebatte einlassen, das wird wohl mal später in einem anderen Post erfolgen. Zusätzlich ist dann noch bei jüngeren Leuten das Angebot über die burmesische Grenze mit rightigen Maschinengewehren zu schiessen sehr verlockend. Weiter, hatte ich sowieso schon immer meine Zweifel an dem sogenannten Eco-tourismus. Was ist so ökologisch durch den Urwald zu rennen und seinen Müll in unberührte Natur zu werfen? Wenn man an Eco-Tourismus glaubt und daran teilnimmt, sollte man sich mal richtig bewusst über dessen Auswirkungen Gedanken machen. Bitte, keinen Unrat und im besonderen kein Plastik in den Urwald werfen. Selbst das Mitbringen von Geschenken für die Einwohner des Urwalds sollte man sich wirklich genauer überlegen. Es ist zu bedenken, dass viele Menschen in Nord- und Südamerika starben weil sogenannte Missionare Geschenke brachten die dann  Krankheiten unter der dortigen Bevölkerung verursachten. Ja klar, kann ich ja mal gehässig sein, auch eine Strategie den Urwald menschenfrei zu bekommen wenn man Wohlstandskrankheiten dort hin schleppt. Zumindest keine Verpackung verwenden, besonders keine aus Plastik. Wenn wir schon zuhause Probleme Mülltrennung haben, wie wollen dann Menschen im Urwald damit umgehen. Es kann ja wohl nicht erwartet werden, dass diese Naturmenschen bereits über die Auswirkungen einer Plastik Gesellschaft unterrichtet wurden. Verstehen sollte man auch, diese 'Widen' haben ein natürliches Verhältnis zur Natur. Dieses wurde erst durch Touristen gestört. Noch bis vor ein paar Jahrzehnten hatten die abgelegenen Dörfer in den Bergen eine ursprüngliche harmonische Beziehung mit der Natur. Diese natuerlich lebendenden Menschen haben keine Ahnung dass es da ja doch Menschen gibt welche Natur nur noch als kostenfreies Konsumerprodukt ansehen. Das wäre auch Wahnsinn aus deren Augen. Es ist eher unglaublich fuer die Hmon oder Akha dass Leute durch den Urwald hecheln nur um einen Adrenalin Schock zu bekommen. Wahnsinnige, die dann mal zuhause den Nachbarn auf Fotos zeigen was für tolle Typen sie im Urlaub waren!

Klar muss ich mir da auch an die eigene Nase fassen, will ja nicht nur kritisieren. Wie auch immer, der Reiz eine Tour durch den Urwald war zu gross und wie soll man sich ja eine endgültige Meinung bilden wenn man alles nur aus Distanz beobachtet. A spanner at works? Der Eigentümer des Guesthouses teilte mir mit dass es da ja ganz tolle Karen Schuhe geben würde. Diese waren zu heutigen Preisen nur 2 Euro.  Besonders, die Bergvoelker laufen damit schon seit Ewigkeiten herum. Ich hatte keine Ahnung ob die Einheimischen des Urwalds ueberhaupt Schuhe hätten. Und yippie, damit würde ich ja sogar die Bergvölker unterstützen vom Opium und Ganja Handel wegzukommen! Ein Südafrikaner, der angeblich Touristen Führer in der Serengeti war, meinte dass die Schuhe wohl ganz okay wären. Er riet mir dennoch sie in der Nacht vorher zu tragen um sie auszuweiten. Diese Idee kam mir aber doch ein bisschen wie Schwachsinn vor, also verzichtete ich darauf.

Die Tour war über drei Tage und zwei Nächte geplant. Zuerst waren die Pfade ganz gut und wir machten guten Progress auf unserem Weg. Jedoch sobald der Regen einsetzte wurden die Pfade schwieriger, matschiger und bekamen richtige Hindernisse. Wir blieben oft im Morast hängen aber führten unsere Tour fort. Survival of the fittest! Dies bereitete meinen Füssen nun in den neuen Gummi Schuhen grosse Probleme. Ich blieb immer öfter im Morast hängen und die Füsse schlüpften immer wieder aus ihnen. Dies verursachte eine Reibung an der Ferse. So, meine Füsse wurden fortgehend gestresst durch das harte Gummi. Immer mehr rieb sich die Haut ab bis sie aufbrach und am Ende kaum noch vorhanden war. Anstelle der Haut hatte ich teilweise offenes Fleisch und die Schuhe wirkten wie Sandpapier. Ich versuchte mir Taschentuecher in die Fersen zu stecken aber diese waren schnell aufgerieben, Nun war es als ob man eine offene Wunde mit starkem Kratzen provoziert. Ich war sehr glücklich als der erste Abend endlich kam und wir Rast in einem Soldaten Camp mitten im Urwald machten. Dort, das Opium und Ganja zusammen mit dem Moonshine Whiskey liessen mich zum Glück schnelli in einen tiefen Schlaf fallen.
 Am folgenden Morgen war ein Soldat bereits auf eine hervorragende Idee gekommen und hatte die Ferse aus den Schuhen herausgeschnitten. Dies erleichterte das Laufen für ein paar Stunden erheblich. Vielleicht sind ja sogar die modernen Gummilatschen die es jetzt überall gibt aufgrund dieser einstigen Hilltribe Schuhe entwickelt wurden, aber sicherlich nicht wegen mir.

 An einem Punkt kamen wir wohl über die Grenze nach Myanmar. Wir mussten sehr vorsichtig sein und die Soldaten warnten uns vor Shan Rebellen. Sie erzählten uns die Geschichte dass die Shan schon ein paar Mal Gefangene genommen hatten. Also in den Urlaub zu fahren und als Geisel zu enden, tolle Aussichten! Da beruhigte es auch nur wenig dass unser Führer ein Gewehr hatte und auch zwei bewaffnete Soldaten mit uns dabei waren. Wir konnten einmal einen Rebellen Spähtrup in den Gebüschen sehen aber niemand schien das als ernst zu sehen. Vielleicht war ja auch alles nur als dramatischer Effekt in die Tour eingebaut. Wir konnten auch kein Kämpfen sehen aber manchmal knallten schon ein paar Gewehrsalven durch das Unterholz. Nur ein einziges Mal befahl uns der Führer uns zu verbergen. Wir waren auf eine Partoille in unsere Richtung gestossen. Daraufhin verschwanden die Soldaten dann für eine kurze Weile. Vielleicht machten sie ja nur ein paar Drogendeals mal ganz an der Seite. Ein anderes Mal trafen wir dann auch auf andere Menschen in Uniformen. Die Soldaten empfahlen uns zurück zu bleiben. Dann gabe es eine kurze Verhandlung und wir konnten weiterziehen.

Am Nachmittag jenes Tages kamen wir zu einem Bergvolk Dorf. Ich dachte dass mich ein Schlag treffen würde als ich das Benehmen der anderen Touristen sah. Sie mussten es wohl spassig finden oder hielten die armen Leuten für die faszinierenden Tiere die uns ja versprochen waren. Natürlich, alle machten Fotoschösse aber das war nicht so schlimm, selbst dass die Soldaten uns sagten dass diese Menschen keine Fotos mögen. Ich fühlte mich ein bisschen erinnert daran dass die ursprünglichen Völker von Nordamerika dachten dass ein Foto ihre Seele in Gefangenschaft nehme. Es war schon ärger, dass die Touristen keinen Respekt zeigten. Dann fing der Höhepunkt der Groteske an, die Touristen warfen Bonbons unter die Kinder. Sie fanden es sehr amüsierend als manche Jungen sich darum schlugen. Mir war ganz schlecht zumute.  Das war doch kein Fasching, oder eine Fütterung von wilden Tieren, das waren doch Menschen! Ein paar von den kleineren Kindern hatten wohl noch niemals Bonbons gesehen und steckten diese mit der Plastikverpackung in den Mund. Andere fingen an zu heulen denn sie waren zu schwach um für die Bonbons zu kämpfen. Ich fand diese Unterhaltungshow für Westerners sehr daneben. Allerdings muss ich zum Schutz der Touristen sagen dass sich nicht alle so entsetzlich benahmen. Ich hatte keine Bonbons dabei, nicht aus Geiz aber ich hatte schon so etwas ähnliches befürchtet. Der Touristen Führer aus Südafrika war der einzige der sich anständig benahm und gab einzelnen Kindern Bonbons wenn Sie dafür 'Please' und 'Thank you' sagten. Nun wenigstens das machte etwas Sinn.

Die verbleibende Zeit war ich aufgrund meiner Füsse in nicht mehr guter körperlichen Verfassung. Immer wieder puschte ich mich ins Delirium durch mehr Opium und Ganja. Dadurch vergass ich zumindest die meiste Zeit meine ungeheuren Schmerzen. Eine weitere Episode die ich noch gerne erwähne. Ich entwicklete auf diesem Trip meine Abneigung gegen Froschfleisch. Ich bin mir, der Fairness halber, nicht sicher ob mein übersteigerter Drogenmissbrauch oder der Whiskey Schuld waren. Ich musste mich ein paar Mal übergeben nachdem ich an diesem Abend Frosch zum ersten Mal ass. Allerdings versuchte ich noch zweimal Frosch in meiner Zeit in Thailand und dann ohne Drogen und Alkohol. Beide Male machte ich dieselbe Erfahrung. Deshalb kann ich nur raten bei manch einem Essen eher vorsichtig zu sein. Vielleicht haben uns westliche Zivilisation und Wohlstand schwach gemacht. Wir können sicher nicht mehr auf volle ursprüngliche Weise leben oder alle Güter der Natur voll umarmen. Wir können teilweise die Geschenke der Natur nicht mehr geniessen. Wir werden nicht krank oder haben Probleme von Chemikalien in unserem Essen aber von richtig natürlichen Speisen. Ein Weg zurück zur Natur ist natürlich immernoch erstrebenswert aber können wir wirklich zurück zu unseren Wurzeln kehren? Würden wir immernoch in der Lage sein ohne künstliche Zusatzstoffe im Essen zu leben?

In einer Retrospektive war für mich persönlich der Trekking Trip eher eine Enttäuschung. Viele Versprechen wurden eingehalten so hatten wir Bergvölker in ihrem Dorf besucht. Wir waren auch durch den Urwald gezogen und hatten Soldaten Camps gesehen. Die Pfade waren interessant und wir hatten viele Pflanzen gesehen. Allerdings hatten wir keine interessanten Tiere getroffen. Ich war auch traurig das Benehmen und Verhalten von Touristen auf dem Treck zu sehen. Sie hatten sich so verhalten als ob alles nur zu ihrer Unterhaltung existiere. Ich bin mir nicht so sicher ob wir wirklich den Bergvölkern vorschreiben sollten nicht mehr traditionelle Pflanzen wie Mohn und Ganja zu kultivieren. Diese Menschen haben über Jahrhunderte ihren Weg gelebt und wer masst sich an das zu verurteilen. Ist es nicht eigentlich so dass wir uns selber anklagen sollten die Beziehung zur Natur verloren zu haben? Besonders heutzutage, 20 Jahre später wo in den westlichen Zivilisationen Forscher langsam anfangen über die Nutzen des Ganja zu diskutieren. Wir sollten anfangen vorsichtig mit der Beurteilung von sogenannte primitiven Stämmen sein. Wir müssen mehr tolerant zu den Lebensweisen von anderen sein. Besonders wenn wir davon träumen wieder mit der Natur im Einklang zu leben. Wir könnten von 'einfachen' Menschen lernen und nicht arrogant auf diese herabzuschauen. Anstelle dessen begehen wir immernoch Verbrechen gegen die Natur weil wir uns als Hochkulturen und nicht mehr den Tieren zugehörig betrachten. Nur weil wir denken das Recht zur Beurteilung zu haben, braucht diese nicht unbedingt die richtige zu sein.

Saturday, June 18, 2016

ALLES HAT EINEN GRUND

I hatte nicht direkt geplant hierher zu kommen. Ich hatte von vielen Leuten gehört dass es ein Land der Drogen, militanter Polizei, Prostitution, Verrechen, Korruption, Kathoeys und Enttäuschung wäre. Oder vielleicht war da doch ein Grund hierher zu kommen? Andere Reisende erzählten Geschichten von schönen Mädchen, tollem Essen, netten Menschen, super Wetter und Buddhismus. Ja, genau genommen wollte ich doch hier sein!

Im Alter von bereits 18 Jahren hatte ich mir gesagt dass das Christentum nicht die passende Religion für einen Freidenker wie mich sei. Ich hatte im folgenden über viele Religionen gelesen und der Buddhismus machte für mich einfach den meisten Sinn. Eigentlich hatte ich mich dann aber mit meiner Reiseplanung in ein buddhistisches Land total vertan und wollte nach Indien reisen. Glücklicherweise berichtigte mich ein Freund und riet mir zu Thailand. Naja, geschichtlich gesehen war ich ja nicht so verkehrt gewesen und Indien hatte schon eine grosse Rolle im Leben des Siddharta Gautama gespielt aber Buddhismus ist in Indien nur noch eine Minderheitsreligion. Der Freund wies mich auch darauf hin dass Thailand ein sehr sicheres Land sei und wohl der beste Einstieg um südostasiatische Länder zu erkunden.

Ich erreichte am Abend des 26. August 1993 Don Muang International Airport in Bangkok. Ja, dies ist nun ein historisches Datum für mich an welches ich mich noch sehr gerne zurück erinnere. Ich hatte keine Absichten lange in der Hauptstadt des Landes zu bleiben und wollte noch am selben Abend nach Chiang Mai weiterreisen. Da war nur ein Problem, ich war noch nie in Thailand gewesen und würde Chiang Mai in der Dunkelheit erreichen. Der Zufall wollte es dass ich eine Sekretärin von einem deutschen Unternehmen traf welche mir vorschlug am nächsten Morgen gemeinsam in die Hauptstadt des Norden zu fliegen.

Wir fuhren gemeinsam zu einem Hotel aber die Funken fliegen nicht und nachdem wir Chiang Mai erreichten, trennten sich unsere Wege. Das machte mir auch nichts aus, spätestens dann nicht mehr als ich am zweiten Tag bereits eine schöne und intelligente Grundstück Maklerin traf und mit ihr und ihren Freundinnen ein paar Tage die Zeit vertreibte. Chiang Mai zu dieser Zeit war noch eine schüchterne, zurueckgehaltene Stadt die mich an den Wilden Westen denken liess. Es war ein grosser Unterschied zu der mittlerweilen hektischen Geschäftsstadt die Chiang Mai geworden ist.

Meine erste Erfahrung mit Thai Essen war nicht gerade überzeugend. Ich wollte es leicht und einfach angehen und bestellte mir eine Reissuppe zum Frühstück. Diese erste Erfahrung mit dem sogenannten Khao Tom entwickelte bei mir leider eine komplette Abscheu und Ekel für dieses eigentliche schmackhafte Mahl und eine erste Vorsicht gegenüber dem doch wundervollen thailändischen Essen. Ich hatte erwartet das Essen voll von Geschmack zu sein wurde aber bitter enttäuscht. Die Suppe war zu geschmacklos und das Fleisch in ihr war viel zu fettig und richtig zäh. Viel zu spät auf weiteren Reisen im Land lernte ich dass es wohl die Touristen Version von dem Khao Tom war. Ein richtig gutes Khao Tom kann meistens direkt an der Strasse gegessen werden. Dort wird einem die Reissuppe serviert und man kann sich die Zutaten selber auswählen. Diese werden dann in gesonderten Schüsselchen gereicht und jeder kann selbst entscheiden wieviel er in die Suppe mixt. Diese Zutaten sind dannn Gemüse, getrockneter Fisch, getrocknetes Fleisch und schmecken eigentlich richtig gut. In meinem Fall, bei meiner ersten Erfahrung, war leider alles schon lieblos in eine einzige Schüssel eingerührt. Leider sitzt diese erste Begegnung viel zu tief in mir so dass ich diese Speise immer noch nicht richtig geniessen kann. Somit kann ich allen Leuten, die nach Thailand reisen, nur raten wirklich Abstand von westlichen Restaurants zu nehmen. Es ist schon besser mit der örtlichen Bevölkerung an der Strasse zu speisen oder in wirklich traditionelle Restaurants zu gehen. Ich finde es nach meiner langen Zeit im Land einen Mythos, der von Reiseführern aufgebracht wird, dass man sehr vorsichtig beim thailändischen Essen sein soll. Wirklich vorsichtig sollte man nur vor Restaurants sein die versuchen thailändisches Essen auf eine westliche Art zu kochen.

Ich blieb drei Wochen in Chiang Mai und mir wurde es langweilig weil sich nichts mit dem Mädel und mir entwickelte. Ein paar Thai Künstler bekamen meine Freunde mit denen ich die meisten Nächte im Bar Beer Center Snooker spielte und mich sinnlos betrank.. Unsere bevorzugten Getränke waren Saeng Som und Horng Thorng welches weder ihrer Bezeichnung nach Whiskeys sind sondern eher Rum. Diese bräunlichen Spirituosen haben noch nicht einmal im entferntesten Sinn etwas mit Whiskey zu tun. Da gibt es natürlich noch die zwei thailändischen Spirituosen Moonshine und 40 Ongsah aber diese sind weder Rum noch Whiskey sondern nur leichter Brennspiritus. Selbst wenn das Budget echt am Boden ist und ihr euch unbedingt besaufen wollt, kann ich nicht raten sich an diesen Sachen zu vergreifen. Nun, was es noch einmal gefährlicher macht, dieser 40 Ongsah wird in einer bräunlichen Flasche wie Bier verkauft. Also vorsichtig sein und den nicht aus Versehen kaufen. Das erste Mal dass ich diesen Fusel versuchte musste ich prussten, der Mund brannte und ich hätte mich beinahe übergeben. Es geht sogar das Gerücht herum dass dieses Gesöff blind machen soll. 
Nun ja, mit meinem bohemischen Lebenstil vergruselte ich wohl höchstwarscheinlich das Mädel. Nun, da ist sogar das zweifelhafte Gespräch dass man eine anständige thailändische Frau nur betten kann wenn man sie heiratet. Aber nach Heirat war mir sowieso nicht zumute und wie ich später herausfand ist dieses Gerücht auch Blödsinn. Es gibt beim Umgang mit anderen Menschen halt nur eine Regel die stimmt - kein Arschloch sein!

Chaing Mai war voll von seltsamen Gestalten welches für mich den Aufenthalt dort sehr unterhaltsam machte. Es gab zu der Zeit schon ein paar Go-Go-Clubs und ich muss gestehen eine meiner abendlichen Vergnügungen war es mich dort aufzuhalten. Ich war nicht so sehr interessiert an den Mädels die für mich nicht besonders erotisch waren, ich bin halt einer der Typen der ein Mädchen lieber im angezogenen Zustand kennenlernt. Natürlich, ihr werdet vielleicht aufschreien aber es gibts für mich nichts attraktiveres als sich ein Mädchen nackt vorzustellen. Das Anglotzen finde ich eher volkommen daneben. Ehrlich gesagt, ich möchte noch nicht einmal daran denken mit einer Frau zusammen zu sein die meine Freunde schon nackt gesehen haben oder der eine oder andere schon Sex mit gehabt hat. Anstelle dessen war es für mich schon eine gute Packung Entertainment die Kerle zu beobachten die selbst hier fern von der Heimat sich an ihrem Bier festhalten mussten und verschämt die Mädels ansahen. Da gibt es dann die paar Leute die mit offenem Mund einfach nicht glauben können was sie sehen. Dann gibt es wiederum die Kerle die denken wenn sie dem Mädchen ein paar Drinks ausgeben, einen Freebee zu bekommen. Weiterhin sind da die Männer die mit ihren Kumpels in den Bars sind und sich so laut benehmen als ob sie denken den Frauen imponieren zu müssen. Könnt mich ruhig frauenfeindlich bezeichnen aber ich geniesse es schon in den Go-go Clubs, aber halt aus anderen Gründen. Prostitution in Thailand ist leider Gang und gebe. Durch ein Gesellschaftssystem in dem Männer doch schon eine Menge Geld zahlen damit sie die Frau heiraten können wird dann leider Kompensation in den Bars gesucht. Davon aber später in folgenden posts. Nur kurz erwähnt hier, wenn der Sextourismus ausbliebe, dann würde sich der prozentuale Anteil der Prostitution nur um 5% verringern. Wir dürfen halt nicht immer europäische Vergleiche mit fernen Ländern ziehen.

Eine andere Gruppe von seltsamen Gestalten waren die Skinheads die ich in Chiang Mai beobachtete. Grosse Kerle ohne Gehirn die sich so benahmen als ob sie die Welt erobern müssten. Ich wunderte mich jedoch wie so eine ferne Reise mit der so gross gepredigten Vaterslandliebe vereinbaren könnte. Deshalb musste ich dann halt doch mal nach dem Grund deren Aufenthaltes fragen. Die Antwort die ich bekam war dann schon der Hammer. Die Skinheads erklärten mir stolz, mit ausgedrückter Brust und eingezogenem Bauch, dass sie auf Dchungelkämpfer Training wären. Nun gut, soviel Apsiration wünsche ich mir auch. Also Deutschland wird mal in den nächsten 200 Jahren wohl mal wieder Urwald haben und dann ist es halt besser gut vorbereitet zu sein.

Nach drei Wochen Chiang Mai enschloss ich mich weiter zu reisen und verliess die Stadt fürs erste im Morgen Bus nach Mae Hong Son.