LIEBER ALLEINE SEIN
Ich war wieder einmal allein im Bus und reiste im Süden von Sumatra. Ich wusste nicht wohin mich mein Weg bringen würde. Die letzten drei Wochen waren chaotisch verlaufen. Ich hatte versucht etwas Orientierung in meinem sehr verwirrten Leben zu finden. Am Schluss war ich endlich wieder allein nachdem ich ein Karusell der Emotionen und Gedanken überstanden hatte.
Als ich Yogyakarta verlassen hatte um nach Bali zu fahren war Silvia, die junge Schweizerin mit mir gereist. Ich war immer noch gefangen in der mystischen Umarmung der beiden antiken Tempel und wir hatten an meinem letzten Abend in Yogya begonnen unsere Leidenschaft für einander zu entwickeln. Die Zeit im Bus nach Bali hatten wir mit viel Petting verbracht, die moslemischen und hinduistischen Fahrgäste konnten uns dabei nicht stören. Die meiste Zeit hatten wir halb ausgezogen unter unseren Decken verbracht und liebkosten uns. Als wir Bali erreichten nahmen wir zusammen einen Bungalow. Ich erwartete dass die Frau jetzt reif zum Ficken wäre. Anders als erwartet, sagte sie mir dass wir damit noch warten sollten. Wir sollten unsere Lust dadurch noch weiter steigern. Silvia erklärte mir dass sie an tantrischen Sex glaube und dass sich ein Paar Zeit nehmen sollte bevor sie miteinander schlafen. Zuerst stimmte ich ihr zu.
Im vorherigen Jahr nachdem ich aus Thailand zurückkehrte war ich nur mit einer Frau in Deutschland zusammen. Wir waren uns sehr nahe gekommen und waren sogar fast zusammen gezogen. Wir lebten 200 Kilometer entfernt und sie war Krankenschwester. Ich war eingeschriebener Student und arbeitete unregelmässig. Deshalb verbrachten wir sehr viel Zeit zusammen. Diese Frau hatte mir viel feministische Literatur gegeben welche mir ein anderes Verstehen davon vermittelte was Frauen über Männer dachten. Ich hatte dadurch eine Toleranz für die sexuellen Fantasien von Frauen entwickelt. Es war wirklich eine Bewusstseinserweiterung. Dennoch, ich wäre fast verrückt geworden als sie ihren Traum auslebte mit meinem Freund an ihrem Geburtstag zu pennen. Damit war sie klar über die Grenzen gegangen. Mir waren erste Zweifel über europäische Frauen gekommen.
Trotz dieser sehr seltsamen Erfahrungen war ich immernoch in meinen Gedanken so weit beeinflusst, dass ich felsenfest davon überzeugt war (und heute noch bin) dass Gleichberechtigung sinnvoll ist. Deshalb sah ich es als berechtigten Anspruch von Silvia dass sie gerne noch etwas warten würde bevor wir zusammen schliefen. Es könnte auch ein interessantes Experiment sein wenn es wirklich so wirkte wie sie mir beschrieb. Auf Bali fand ich mich oftmals in einer Situation ähnlich in dem Film Ein Fisch namens Wanda nur dass meine Orgasmen in den Restaurants keineswegs vorgespielt waren. Wir liebkosten uns in aller Oeffentlichkeit unter den Tischen in den Restaurants, umringt von Einheimischen und anderen Touristen. Ich glaube kaum dass ich mir viele Freunde mit meinem Benehmen machte. Aber wer will sich schon dagegen wehren wenn die Füsse von einer Frau an dem Bein hochgehen um dann mit den Genitalien zu spielen? Nun, es machte es zusätzlich leichter für sie dass ich den traditionellen balinesischen Sarong trug. Ich bedeckte natürlich meinen Mund mit meinen Händen und versuchte nicht zu laut zu stöhnen aber ich glaube die meisten Menschen um uns herum wussten ganz klar was da vor sich ging.
Wir verbrachten den Tag auf unseren Fahrrädern um uns verschiedene Orte auf der Insel anzusehen, Aussichtspunkte, Tempel und Holzschnitzereien. Am Abend jedoch kamen die Stunden mit unseren Händen unsere Körper zu erfahren. Dennoch, ich begann es nicht zu mögen wie Silvia mit den Einheimischen umging. Sie war der festen Überzeugung dass sie niemandem vertrauen konnte. Sie war wirklich gemein im Feilschen und kritisierte die Kultur sehr. Ich bildete mir langsam die Meinung dass wir eine ganze Menge Beziehungsarbeit leisten müssten um uns wirklich anzugleichen. Zusätzlich wuchs in mir ein störendes Gefuehl. Es machte einfach keinen Spass mit einem Steifen den ganzen Tag Fahrrad zu fahren und darauf warten zu müssen mit ihr zu pennen. Sie war auch der Meinung dass oraler Sex nicht natürlich war. Sie verweigerte sich mir einen zu blasen und erlaubte mir nicht an ihrem Körper herunter zu gehen. Ich fühlte zunehmenden Druck. Es half mir auch nicht dass ich versuchte meinen eigenen Freiraum zu bekommen. Was auch immer ich alleine machen wollte, Silvia hing an mir wie eine Klette. Ich konnte einfach nicht wegkommen was auch immer ich versuchte und ich wollte nicht als unhöflich scheinen und auf sie schimpfen. In solch einer Situation starten dann wohl die meisten Menschen nach Sachen zu suchen um den anderen zu verurteilen. Eines Tages, und ich wundere mich dass ich solange gebraucht hatte, fand ich heraus dass sie kein Shampoo benutzte. Ich war mit meinem am Ende und fragte sie ob sie mir ihres geben könnte. Sie lachte nur und meinte 'Shampoo ist nicht gut für dich. Ich habe es seit Jahren nicht benutzt'. Nun, ich gebe ja zu dass da Gründe sind kein Shampoo zu benutzen. Aber dies brachte mich dann auf den Gedanken dass der üble Geruch in unserem Raum vielleicht nicht von unseren verschwitzten Klamotten kommen würde, sondern von ihrem Körper. Mein Bewusstsein konzentrierte sich auf diesen ranzigen Gestank aber ich konnte noch nicht einschätzen woran genau er mich erinnerte.
Eines Abend vor dem zubett gehen kam ich zu einem Entschluss. Diese Nacht musste ich sie ficken oder ich würde sie zurücklassen. Wir gingen zu Bett und das übliche Spielen und Liebkosen startete. Als ich das Gefühl hatte mich nicht mehr zurückhalten zu können diese Nacht ohne Geschlechtsverkehr zu überstehen zeigte ich ihr ein Kondom. Ihr Gesicht verwandelte sich in eine hässliche Maske. Ich weiss nicht was für ein Gefühl sie dabei hatte ob es das Öko-Denken war 'Ich plaziere kein Plastik in meinen Körper' oder ihre christliche Erziehung 'Ich habe nur Geschlechtsverkehr zum Kinder kriegen' aber das spielte keine Rolle mehr. Sie wollte einfach nicht vögeln. Ich drehte mich auf die andere Seite und spielte vor zu schlafen. Dann wartete ich ihr sanftes Schnarchen zu hören und stand auf. Ich konnte mir noch nicht einmal mehr vorstellen mit dieser Frau noch eine Nacht im selben Bett zu verbringen. Plötzlich wusste ich auch dass dieser unangenehme Gestank von ihrem Körper kam und noch viel schlimmer ich wusste woran er mich erinnerte. Ich hatte es nur zweimal vorher beim HNO Spezialisten gerochen. Es war ein ähnlicher Gestank als ich beim Aussaugen meines alten Schnodders vernahm als ich eine akute Nasennebenhöhlenentzündung hatte. Mir blieb keine andere Wahl. Ich musste sie am nächsten Morgen verlassen.
Ich glaube immernoch dass es eine grausame Entscheidung ist eine Person grundlos zu verlassen. Aber in meinen Augen hatte ich einfach zuviele Gründe. Manchmal bleibt einem halt keine andere Wahl. Die wichtigste Person im Leben ist man immer noch selber. Ich habe Mitleid für die Menschen die das seltsame Verständnis haben dass ihr Leben nur glücklich mit einem Partner sein kann. Es ist in meinen Augen unfair wenn manche Menschen sich einen Partner suchen nur damit sie sich vorkommen vollständig zu sein. Sein Leben muss man selber in die Hand nehmen, das Beste daraus machen und sich nicht binden weil man allein das Gefühl hat kein Glück zu finden. Wie soll man denn Verantwortung zeigen wenn man selber nicht auf seinen eigenen Füssen stehen kann. Leider war Silvia eines dieser schwachen Mitglieder der Gesellschaft. Sie bettelte mich zu bleiben, sie weinte um Eindruck zu schinden und machte dumme Versprechungen. Sie war noch nicht einmal bewusst dass gerade diese möglichen Engagements es noch schlimmer für sie machten. Ich wollte niemanden um mich herum haben der 'auf mich wartete wenn ich aus dem Urwald nach Hause kam'. Ich mochte es noch nicht einmal hören dass sie ihr Leben für mich verändern wollte und 'Shampoo benutzen und regelmässig waschen'. Diese Sachen musste eine Person mit sich selber ausmachen. Sie konnte mich nicht als Sündenbock dafür benutzen dass etwas in ihrem Leben schief gelaufen war. Ich hatte gesehen wie sie die Einheimischen behandelte. Ich sah da eine Gefahr für mich in ein Beziehungsgefängnis einzuziehen. Da war die Bedrohung von viel zu vielen Ketten wenn ich blieb. Sie würde sich niemals an mir angleichen können. Wir waren zu verschieden. Das schlimmste jedoch zu hören war 'Du kannst mich ficken wenn es das war wieso Du jetzt gehst'. Das war einfach schmerzhaft. Ich war doch kein notgeiler Affe der wenn er seinen Zucker, oder seine Muschi, bekam bei einer Frau bleiben würde. Das war einfach zuviel des Guten. Eine Beziehung mit ihr hätte niemals geklappt. Ich versuchte einen Teil der Schuld mir selber zu geben aber das haute einfach auch nicht hin. Ich war mir eigenllich noch nicht einmal selber sicher was ich wollte. Sicher war nur, dass es keine Partnerschaft mit dieser Frau war. Trotzdem, die Zeit mit ihr war nicht verschwendet. Ich hatte etwas gelernt und dies war eine kurze aber wichtige Zeit. Die Worte meiner letzten deutschen Freundin, die meinen besten Freund als Geburtstaggeschenk gefickt hatte, klangen in meinen Ohren. Sie hatte mir gesagt dass ein Mensch sich selber treu bleiben muss. In dieser Situation auf Bali war ich mir selber treu und die Trennung war nur ein Ergebnis davon.
BALI IM EXTREMEN
Bali
zurück in 1994 hatte sich bereits in einen touristischen Ort verwandelt. Die Insel war populär und hatte einen weltweiten Ruf als grossartige Urlaubsinsel. Aber immernoch war Ubud, die künstlerische Idylle im Zentrum der Insel, nicht so sehr von Touristen besucht und da waren noch nicht viele teure Hotels. Ich hätte niemals erwartet dass es solch eine Oase der Ruhe war. Nachdem ich Silvia verlassen hatte, blieb ich noch ein paar Tage. Jetzt allein wurde ich schnell in die Kultur der Insel verwickelt.
Der Barong Tanz an dem alten Tempel von Ubud war faszinierend und ich liebte speziell die traditionelle Musik. Dennoch hatte ich das Gefühl dass es noch nicht das wahre war. Etwas rief mich erneut aus den Schatten. Durch einen Indonesier erhielt ich die einmalige Gelegenheit mir einen Kecak Fire und einen Trance Dance anzusehen der nicht für Touristen bestimmt war. Es war keine Fälschung. Was hier vor sich ging war Realität. Ich war der einzige Westerner in der Mitte einer Gruppe von Indonesiern. Mein indonesischer Begleiter riet mir keine Bilder zu schiessen. Dies war nicht gestattet. Die Handlungen der Tänzer hielten mich in ihrem Bann. Es war wie ein Traum. Ich selber fiel in einen Trance Zustand. Ich weiss noch nicht einmal ob das gewollt war. Ich wurde einbezogen und mit dem Gedanken besessen dass meine Zukunft in Asien liegen würde. Dies war mir ja schon ein paar Mal in Indonesien passiert. Die Tempelanlagen in der Nähe von Yogyakarta hatten einen ähnlichen Einfluss. Die Tänze öffneten mir ein Portal in die Kulturen von Asien. Ich selber bekam ein Teil davon. Hier war Magie am arbeiten. Da gab es keinen Zweifel. Die Tänzer stiessen Dolche in ihre Körper und wie konnte das ohne Magie möglich sein? Da wurde kein Blut vergossen und keine Verwundungen zeigten sich. In modernen Magieveranstaltungen hat der Magier immer eine Menge schicker weiter Kleidung und benutzt Effekte. Hier waren die Tänzer nur mit einem Lendenschurz bekleidet. Da konnte es keine Tricks geben nur wirkliche natürliche Magie. Die Tänzer schritten über das offene Feuer, aber das gab es ja auch in anderen Kulturen. Allerdings dass sie sich Dolche in ihre Körper stiessen ohne verletzt zu werden hatte ich niemals gehört und vor allen Dingen niemals geträumt zu sehen. Es gab dafür keine logische Erklärung. Allerdings, mir wurde dann etwas über dieses Geheimnis später auf Sumatra von dem Sohn eines Medizinmannes verraten. Manchmal, flogen die Flammen in meine Richtung, meine Schuhe wurden heiss aber ich nahm keinen Schaden. Da war etwas in Asien was mich richtig neugierig machte tiefer in diese Kulturen und Gesellschaften zu tauchen. Jetzt erfuhr ich sogar meine Erfahrungen mit der Schattenwelt von Thailand aus dem vorherigen Jahr als eine Art Schutzwall. Noch war ich nicht überkommen mich einfach in die Welt der Mysterie fallen zu lassen.
An einem anderen Tag als ich durch die Strassen von Ubud ging, sah ich eine riesige Prozession. Die Menschen waren in bunten Kostuemen gekleidet. Sie trugen Körbe und Platten voll von Obst und Blumen vor sich. Dann kam ein grosser Wagen mit einem Sarg. Dahinter folgten drei überwältigende Schönheiten in festlichen Kleidern. Es war mir sofort klar dass ich Zeuge einer Beerdigung wurde. Vielleicht war ja der Vater dieser wundervoll aussehenden jungen Frauen gestorben. Eine Stunde später nach viel betrachten und staunen wurde mir jedoch bewusst dass ich Zeuge von einem totgeglaubten Ritual wurde. Dies war ein Sati, eine Feuer Bestattung wo die Ehefrauen des Verstorbenen ihm in das Jenseits folgten. Kurz vor dem Anzünden des Scheiterhaufens verliess ich diese makabre Szenerie. Ich war keinesfalls unter Schock aber es war schon etwas merkwürdig dass der balinesische Hinduismus immernoch dieses Ritual beinhaltete. Diese Vorstellung brach eine Kluft zwischen mir und Bali offen. Ich mochte die Natur, die Menschen waren sehr nett aber ich wollte nicht mehr an einem Platz verweilen wo immernoch barbarische Rituale passierten. Hinduismus war eine noch ältere Religion als Buddhismus aber ich hatte gehofft dass es schon moderne Standards angenommen hätte. Ich machte mir wieder tiefere Gedanken über Religion und Kultur. Ich verglich Hinduismus und Buddhismus and kam zu der Entscheidung dass ich niemals unter Hindus leben wollte. Diese Religion war immernoch zu wild. Ich fand mich in einer Situation wo ich zum ersten Mal seit langem hoffte wieder in das Land des Lächelns zu kommen, nach Thailand.
An einem anderen Tag als ich durch die Strassen von Ubud ging, sah ich eine riesige Prozession. Die Menschen waren in bunten Kostuemen gekleidet. Sie trugen Körbe und Platten voll von Obst und Blumen vor sich. Dann kam ein grosser Wagen mit einem Sarg. Dahinter folgten drei überwältigende Schönheiten in festlichen Kleidern. Es war mir sofort klar dass ich Zeuge einer Beerdigung wurde. Vielleicht war ja der Vater dieser wundervoll aussehenden jungen Frauen gestorben. Eine Stunde später nach viel betrachten und staunen wurde mir jedoch bewusst dass ich Zeuge von einem totgeglaubten Ritual wurde. Dies war ein Sati, eine Feuer Bestattung wo die Ehefrauen des Verstorbenen ihm in das Jenseits folgten. Kurz vor dem Anzünden des Scheiterhaufens verliess ich diese makabre Szenerie. Ich war keinesfalls unter Schock aber es war schon etwas merkwürdig dass der balinesische Hinduismus immernoch dieses Ritual beinhaltete. Diese Vorstellung brach eine Kluft zwischen mir und Bali offen. Ich mochte die Natur, die Menschen waren sehr nett aber ich wollte nicht mehr an einem Platz verweilen wo immernoch barbarische Rituale passierten. Hinduismus war eine noch ältere Religion als Buddhismus aber ich hatte gehofft dass es schon moderne Standards angenommen hätte. Ich machte mir wieder tiefere Gedanken über Religion und Kultur. Ich verglich Hinduismus und Buddhismus and kam zu der Entscheidung dass ich niemals unter Hindus leben wollte. Diese Religion war immernoch zu wild. Ich fand mich in einer Situation wo ich zum ersten Mal seit langem hoffte wieder in das Land des Lächelns zu kommen, nach Thailand.
Nun war ich von der Kultur und der Religion dieser Urlaubsinsel konfrontiert worden, eine letzte Anforderung setzte ich mir selber. Diese galt meinem Körper und meiner Selbstdisziplin. Ich hatte schon einmal den Batur Vulkan mit meinem Fahrrad zur Hälfte erklettert. Die Rückfahrt war sehr spassig gewesen, sich einfach rollen zu lassen und sogar Motroräder zu überholen. Mein letzter Tag auf der Insel sollte eine Superaufgabe für mich sein. Schon seit ein paar Tagen hatte ich mit dem Gedanken gespielt runter zur See zu fahren, zum Tanah Lot Tempel. Der Besitzer des Gasthauses hatte mich für verrückt erklärt denn selbst Motorräder hätten auf den schlechten Strassen ihre Schwierigkeiten dies zu bewältigen. Ich konnte das kaum glauben, der Abstieg zur See und dann zurueck nach Ubud waren nur insgesamt 70 Kilometer mit einem Höhenunterschied von nur 200 Metern. Das musste doch möglich sein. Er lachte mich jedoch aus denn er hatte noch niemals davon gehört dass jemand so verrückt wäre es zu versuchen.
Am frühen Morgen brach ich von Ubud auf. Ich hatte nur einen sehr kleinen Rucksack gewählt um mein Wasser mit mir zu tragen. Die Fahrt zur See war sehr einfach. Zuerst führte er über eine gut ausgebaute Strasse und dann ging es weiter über nicht asphaltierte Strassen und Feldwege. Ich erreichte den Tempel zur Mittagszeit. Nun,dieser Tempel ist wirklich etwas total touristisches. Ich war nicht weiter an ihm interessiert. Es war Ebbe und somit sah er nur so aus wie ein kleiner Hindu Tempel auf einer grossen Klippe. Der Weg zurück führte zuerst durch Reisfelder an der Küste. Schon dort blähte mir ein gewaltiger Gegenwind entgegen. Es wurde zur Schwerstarbeit. Der anstrengendere Teil der Fahrt lag sogar noch vor mir. Ich spürte bereits wie meine Beine schwerer wurden. Auf dem Anstieg nach Ubud fiel ich irgendwie im Wald in ein Delirium. Ich war nicht mehr als eine physikalische Einheit vertreten sondern schmelzte in die Umgebung. Ich wurde ein Teil der Natur. Es bestanden von mir nur noch meine Gedanken. Kinder überholten mich und machten sich über mich lustig, mich kümmerte es nicht. Alte Leute standen fasziniert am Strassenrand, riefen mir Aufmunterungen zu und klatschten, ich mochte es, aber ich war wie durch einen Wall von ihnen getrennt. Ich war nur noch ein Teil der Natur, gegossen zwischen Bäumen, Vögeln und dem Wind. Meine Gedanken hüpften treiblos zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Jede schlechte Situation in meinem Leben machte mich stärker. Jede liebliche und positive Erinnerung und Hoffnung half mir zu entspannen. Ubud kam immer näher. Ich brauchte neues Wasser und als ich es kaufte, fühlte ich wie die Austrocknung meines Körpers wie eine giftige Schlange durch meinen Körper kroch. Das Wasser half mir und ich ass auch ein paar Kekse. Dann versuchte ich wieder aufs Fahrrad zu kommen aber fiel beinahe runter. Ich schaute auf die Zeit, nur noch zwei Stunden bis Sonnenuntergang. Ich hatte noch vorher nach Ubud zu kommen, ich wollte nicht ohne Licht in der Dunkelheit fahren. Ubud kam immer näher, mehr Kinder überholten mich, mehr alte Leute die mich aufmunternden, mehr Schmerz in meinen Beinen aber ich hatte diesen Anstieg noch vor meinen Augen. Dieses war der letzte Berg, dann kam ein tieferes Tal und noch ein weiterer Aufstieg nach Ubud. Wenn ich runter ins Tal käme ohne viel abzubremsen, dann würde ich die Hälfte von dem folgenden Aufstieg hochrollen. Ich machte mich sehr klein auf dem Rad um vom Wind nicht geblockt zu werden. Ich nahm an Geschwindigkeit zu. Da war ein landwirtscahftliches Fahrzeug. Ich drehte mich um. Es war kein Verkehr, ich überholte den Traktor. Ich verlor nicht viel von meiner Geschwindigkeit. Ich schoss den Berg herunter. Dann plötzlich, ein Oldtimer überholte mich. Er schnitt mich und ich musste Bremsen um nicht in ihn hereinzufahren. Betrunkene schicke Leute an Bord, sie jodelten als ob es spassig wäre Unfälle herbeizuführen. Ich fluchte, diese Arschlöcher! Sie sahen so aus als ob sie von einer Filmcrew wären, Oldtimer und viktorianische Kleidung. Schnösel! Wer auch immer sie waren, es waren angeberisches Idioten! Das mit Sicherheit. Reicher Abschaum, nur in der Welt um alle ihre eigene Bedürfnisse zu befriedigen. Kein Respekt für andere Leute. Dieses Ereignisse verwandelte den Anstieg zur Folter. Ich kämpfte auf meinem Fahrrad. Ich wusste ich musste in meinem Sattel bleiben. Herauszugehen würde mir alles nehmen, meine Kraft, meine Ausdauer und meine Selbstdisziplin. Das durfte nicht passieren! Ich überwältigte diese Strapaze und kam kurz vor Sonnenuntergang in Ubud an. Der Eigentümer des Gasthaus kam heraus als er mich sah und applaudierte. Er hatte niemals geglaubt dass es möglich war die Tour an einem Tag zu schaffen. Ich bekam meinen indonesischen Spitznamen 'Orang kuat'.
KÖNNTE ES EINE ASIATIN SEIN?
Nach einer zweitägigen ununterbrochenen Busreise kam ich an der kürzeren Westküste von Java an. Es war ein kleiner Ort mit Namen Pelabuhan Ratu. Ich war meinem alten Ideal gefolgt zu einem Ort zu reisen der nicht viel in Reiseführern stand. Ich weiss auch nicht wieso ich hier war, der einzige Grund, die Einsamkeit suchen. Da gab es auch keine logische Erklärung wieso dieser Ort auch in Reiseführern drin sein sollte. Nun, er war sicherlich okay zum Wellenreiten, aber wer will okay wenn es auch super gibt? Wer will vulkanischen dunklen Strand wenn es perlweissen gibt? Wer möchte eine moslemische langweilige Stadt wenn, ja soviele wenns. Aber das war es ja gerade was ich mir versprochen hatte, Abstand zu gewinnen. Nun kam mir auch der Sprachführer Bahasa Indonesia zum ersten Mal zur Hilfe. In dieser friedvollen und ruhigen moslemischen Gesellschaft fand ich mich sofort in deren Herz geschlossen. Ich war auch immernoch darauf aus alleine zurecht zu kommen, bis ich, ja bis ich die Schwester des Gasthaus Inhabers traf. Ihr Name war Imam und sie hatte Lebenserfahrung, sie war sogar einmal verheiratet gewesen. Wir hatten für einander Respekt. Dies war noch nicht einmal dadurch gestört dass sie mir ganz offen ihr Interesse schenkte. Das erste Mal als wir uns trafen, spielte ich mit ihrem Bruder Billiard. Ich sah dass er sie eigentlich nicht vorstellen wollte. Er gestand später dass er sah dass ich ein Reisender war und die soll man ja gewöhnlich nicht aufhalten. Deshalb wollte er mir keine Hindernisse in den Weg stellen. Am nächsten Tag jedoch wurde ich sehr überrascht als ich vom Strand zurückkam und sie in meinem Zimmer fand. Sie musste nicht in dem Gasthaus arbeiten denn sie hatten zwei Zimmermädchen. Allerdings setzte sie es sich zur Aufgabe im folgenden persönlich auf mein Zimmer aufzupassen. Sie wechselte die Bettlaken, wischte den Staub und leerte den Müll. Sie motivierte mich auch immer mehr Indonesisch zu lernen. Nach ein paar Tagen begannen wir zum Abendessen auszugehen und wurden gute Freunde.
Bereits in Deuschland war ich ein bisschen in der Interaktion mit Frauen zurückgeblieben. Ich hatte in den Betten vieler weiblicher Freunde verbracht aber hatte wohl zuviel Respekt diese Gelegenheiten wahrzunehmen. Ich hatte nur sehr selten mit denen geschlafen. Ein paar Jahre später gestanden mir einige dass sie mich schon gewollt haetten und sich fragten ob sie nicht attraktiv wären. Viele waren sehr schöne begehrenswerte Frauen aber ich wäre niemals auf die Idee gekommen dass sie mich wirklich wollten. Eine Arbeitskollegin erklärte mir dann einmal dass ich sehr viele Ideale von Männern integrieren wuerde. Das konnte ich nicht fassen, ich war doch kein besonderer Kerl. Nun ja, muss ich mir schon selber vorwerfen, wenn man sehr langsam im Verstehen des anderen Geschlechts ist, dann ist man halt schon ein Idiot. Ich war halt so ein Trottel und selbst das zu wissen machte es mir keineswegs leichter. Es war noch nicht einmal der Fall dass ich nicht mehr wollte aber ich war halt zu verklemmt um näher an Frauen heranzukommen. Da standen in meiner Vergangenheit sogar Frauen vor mir und sagten mir ins Gesicht 'Ich will dich!' und was machte ich in solchen Situationen? Ich verschreckte die mit der Frage 'Für was denn?'
Genauso verhielt es sich mit Imam. Ich konnte einfach nicht ausdrücken was ich für sie empfand. Ich versteckte mich hinter der faulen Ausrede dass mein Trip durch Indonesien, Malaysien und vielleicht Thailand ja noch nicht am Ende war. Da war halt keine Zeit emotionell verwickelt zu werden. Es bestand kein Grund wegen einer Fau an einem Ort zu bleiben. Ich war schon gut im scheinheilig tun und mich vor mir selber zu verstecken. Ich konnte der Wahrheit noch nicht ins Auge sehen. Ich war halt ein Traveler. Dennoch stellte ich für mich fest dass ich den freundlichen und friedvollen Weg der asiatischen Frauen sehr schätzte. Es war viel besser als der direkte und teilweise agressive Stil der europäischen Frauen. Ich möchte mal ehrlich sagen dass Feminismus und Emanzipation nicht falsch sind. Es ist nur die falsche Technik wenn Frauen ihre Gleichberechtigung bei der Interaktion unter Beweis stellen müssen. Natürlich, da gibt es ohne Zweifel Diskriminierung am Arbeitsplatz und bei Gehältern. Aber dass muss doch nicht immer den Männern sofort ins Gesicht gerieben werden. Wie sollen denn Menschen kommunizieren wenn die erste Begegnung auf Misstrauen, Wettbewerb und Aggression gebaut ist? Ich zweifle sogar dass die meisten Männer immernoch so geistig zurückgeblieben sind dass sie es ignorieren dass es da nur ein paar biologische Unterschiede gibt. Oder gibt es da noch ein paar Penner die denken dass Frauen keine Seele oder kein Gehirn haben und nur an den Ofen gehören? Na ja, gibt es wohl schon. Aber es gibt auch Frauen die das denken und wenn die glücklich sind sollte das doch in Ordnung sein. Ich finde es völlig daneben wenn Frauen dann Männer angreifen und sie beschuldigen nur weil sie mal was falsch verstanden haben. Wieso geht es nicht höflich, friedvoll und vor allen Dingen zivilisiert? Von den Männern die sie nicht leiden können brauchen sich Frauen halt nur fernzuhalten. Eine Belehrung ist da sowieso verloren. Die Freundlichkeit und der friedvolle Umgang von asiatischen Frauen wurde von Imam sehr ausgedrückt. Dies degradierte sie nicht zu einem dummen Häschen sondern sie war einfach eine freundliche Person. Es war etwas was ich an europäischen Frauen sehr vemisste. Imam war trotzdem nicht die richtige, sonst wäre ich wohl geblieben. Vielleicht war es auch nur nicht die richtige Situation. Vielleicht war ich auch nicht im richtigen Seelenzustand aber ich verstand dass der asiatische Weg der Frauen mich mit Sicherheit mehr ansprach.
Ich hätte bleiben können, aber es trieb mich weiter. Nach einer Woche verliess ich den Ort und machte mich auf meinen Weg nach Sumatra. Ich hoffte den totalen Einklang mit der Natur und nicht nur dem Strand zu finden. Es gab auf Sumatra viel mehr entlegene Gebiete wo ich vielleicht Frieden finden konnte. Ich fragte mich auch wie lange diese Plätze noch bestehen blieben. Wie lange sie der Abrodung, der Verbrennung und der Ankunft westlichen Entertainments noch entkommen konnten. Selbst Indonesien war unter den Einfluss der modernen Welt gekommen.
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